Fraunhofer IMS testet Sensortransponder an Versuchsbrücke
Rostschäden an Betonbrücken können fatale Folgen haben: Im schlimmsten Fall besteht Einsturzgefahr. Bislang gibt es keine effektiven Tests, um zu ermitteln, wie tief die Korrosion schon in den Beton eingedrungen ist und welcher Schaden bereits entstanden ist. Mit einem neuen RFID-Sensortransponder können die Wissenschaftler des Fraunhofer IMS die Korrosionseindringtiefe in den Beton permanent messen und überwachen. Der Sensor wurde von der Materialprüfanstalt für das Bauwesen Braunschweig (MPA Braunschweig) entwickelt. Die Forscher vom IMS haben diesen in ein passives, kabelloses Transpondersystem integriert. Derzeit laufen erste Feldversuche: Der Sensor wurde aktuell in eine Versuchsbrücke der MPA Braunschweig eingelassen und durchläuft verschiedene Testphasen.
Der Sensor selbst ist mit sehr dünnen Eisendrähten durchzogen, die in regelmäßigen Abständen zueinander angebracht sind. „Gelangen die gelösten Salze an die Eisendrähte, beginnen diese zu rosten, es kommt zum Drahtbruch. Anhand der Anzahl der defekten Eisendrähte lässt sich feststellen, wie weit die Korrosion fortgeschritten ist, wie viele Zentimeter der Betonschutzschicht schon angegriffen sind. Auf diese Weise kann man berechnen, wann die nächste Instandsetzung erfolgen muss", erläutert Frederic Meyer, Wissenschaftler am IMS.
Die Messdaten überträgt der Transponder per Funk an ein Lesegerät, das die Bauarbeiter mit sich tragen. „Unser Transponder bezieht die für die Messung erforderliche Energie nicht über eine Batterie, sondern über ein magnetisches Feld, das durch das Lesegerät erzeugt wird. Er muss daher nicht ausgetauscht werden und kann dauerhaft im Bauwerk verbleiben", sagt Meyer.
Bild: Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS





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