Großprojekt vereint alle Netzbetreiber Frankreichs
Am 21. Mai ist das Projekt „Nizza, NFC City" gestartet, in dem der großflächige Einsatz NFC-fähiger Mobiltelefone getestet werden soll. Rund 3000 Nutzer in und um Nizza sollen mit Start eine Vielzahl an Dienstleistungen erproben können. Zu den Services zählen beispielsweise das bargeldlose Bezahlen in Supermärkten, Restaurants und Geschäften, der Erwerb von Fahrkarten für den öffentlichen Nahverkehr oder der Zugriff auf Informationen in Museen.
Das Projekt ist eine Zusammenarbeit von Telekommunikationsanbietern (Orange, Bouygues Telecom, SFR und NRJ Mobile), einer Reihe namhafter Unternehmen der Kartenbranche, Verkehrsbetrieben (beispielsweise Veolia Transport), Banken (beispielsweise Credit Mutuel-CIC) und Einzelhandel. Unterstützt wird das Projekt von der französischen Regierung, Koordinator des Rollouts ist die Association Française pour le "Sans Contact" Mobile (AFSCM).
Orange ist der erste Netzbetreiber, der den Projektstart offiziell bekannt gegeben hat. Als Partner des Unternehmens bringt Morpho, vormals Sagem Orga, nach eigenen Angaben auch die als ersten für diese Zwecke von Orange freigegebenen SIMply cONtactless-Karten der Morpho e-Documents Division zum Einsatz. Die NFC-fähigen SIM-Karten entsprechen dem von ETSI verabschiedeten Single-Wire-Protocol-Standard, wie Carsten Fischer, zuständiger Produktmanager bei Morpho, erklärt.
Die Kooperation bezieht sich nach Aussagen von Fischer auf Ticketing-Applikationen bei dem Verkehrsbetrieb Veolia Transport. „Die bei Veolia bereits vorhandene kontaktlose Infrastruktur für die Nutzung der Straßenbahnen wird somit um NFC-Funktionalitäten erweitert. Über die sogenannten ‚cityzi'-Symbole können Nutzer die Dienste mittels NFC-Handy aktivieren, um beispielsweise Fahrkarten zu erwerben, Straßenbahnfahrpläne over the air abzurufen oder Loyalty-Punkte zu sammeln."
Die Beteiligten messen dem Projekt eine große Bedeutung für die Verbreitung von NFC-Diensten bei, da es sich um die erste kommerzielle Nutzung kontaktloser Handydienste in Europa handele. „Das Projekt ist insofern bemerkenswert, als dass alle Netzbetreiber des Landes daran partizipieren. Dieses Interesse zeigt die Geschlossenheit der Industrie, die Technologie zukunftssicher zu machen", so die Einschätzung von Fischer. Nach Plänen der AFSCM ist Nizza nur die erste Stadt in Frankreich. Ziel der Initiative sei es, nicht nur auch die 24 Nachbarkommunen einzubeziehen, sondern die Technologie landesweit auszurollen.
Samsung ist bisher der einzige Handyhersteller, der NFC-fähige Handsets in das Projekt einbringt. Als Partner von Orange hat ebenfalls Gemalto angekündigt, die Trusted Services im Rahmen der Ersteinführung der NFC-Dienste bereitzustellen. Ein weiterer an dem Rollout beteiligter Smart-Card-Anbieter ist Oberthur Technologies. Oberthur wird nach eigenen Angaben den Mobile Payment Service seitens der Geschäftsbank BNP Paribas via OTA (Over the Air) Plattform managen.
Bild: France Télécom





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